Gründung und Radfahrer-Anfänge (1919)
Der Sportverein wurde 1919 gegründet, gleichzeitig mit dem Schützenverein. Über Gründer und Vorstände ist nichts überliefert. Die jungen Männer des Dorfes widmeten sich zunächst dem Radfahren. Ein altes Foto zeigt sie mit Schärpen und einheitlichen Mützen.
Aktivierung nach dem Zweiten Weltkrieg (1949 bis 1951)
Nach dem Krieg wurde in Hämelhausen auf einer Pferdeweide „gebolzt", zeitweise mit 30 bis 40 Spielern, darunter heimkehrende Soldaten. Am 30.09.1949 fand bei Gastwirt Klusmann eine Versammlung statt, auf der der Lehrer Georg Anders zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Dabei handelte es sich nicht um eine Neugründung, sondern um die Aktivierung des 1919 gegründeten Vereins.
Auf einem von Herrn von Behr eingetauschten Grundstück legten die Mitglieder in Eigenarbeit den Sportplatz an. Ab September 1950 waren die ersten Spieler spielberechtigt, und die Mannschaft spielte in der 1. Kreisklasse im Kreis Verden. Schon in der ersten Saison wurde sie Letzter, ein Abstieg war laut Statut aber nicht möglich. Ein Spiel gegen Verden II ging 0:16 verloren. Weil die langen Anfahrtswege finanziell zu belastend wurden, zog der Verein die Mannschaft zurück und ruhte danach. Übrig blieb ein Kassenbestand von 42,51 DM.
Neustart (1961 bis 1968)
Im Frühjahr 1961 sammelten Friedrich Hambrock und Hans-Jürgen Mäcker Unterschriften und fanden binnen kurzer Zeit 74 Interessenten. Am 03.06.1961 wurde Jürgen Schlomski zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Die Herrenmannschaft stieg gleich in der ersten Saison als Staffelmeister auf, obwohl sie alle Spiele auswärts austragen musste. Der Sportplatz wurde in Eigenleistung neu angelegt und war ab der Saison 1962/63 bespielbar. 1966 pachtete der Verein ihn von der Gemeinde. Bald folgten eine zweite und dritte Herrenmannschaft sowie Jugendteams.
Ein Bahnwärterhäuschen wurde abgebrochen, und aus seinen Steinen entstand das Fundament des Sportheims. Nachfolger Schlomskis wurde 1965 der Lehrer Werner Pieske, unter dem 1966 das Sportheim eingeweiht wurde. Am 10.04.1968 wurde der Verein ins Vereinsregister des Amtsgerichts Hoya eingetragen.
Ausbau in den 1970er Jahren
Der Verein erreichte 1970 das Endspiel um den Kreispokal, das er mit 2:3 gegen Ristedt verlor. 1970 wurde außerdem der zweite Bauabschnitt des gemeinsamen Zentrums mit Feuerwehr und Schützenverein eingeweiht. Der Saal dient dem Verein bis heute für Tischtennis und Gymnastik.
Ab 1971 war Günter Cordes Vorsitzender. Unter ihm entstanden Flutlicht auf dem alten Platz (B-Platz) und ein zweiter Sportplatz (A-Platz), der 1976 mit 36 Mannschaften eingeweiht wurde.
Die Jugend war besonders erfolgreich: Die A-Jugend wurde 1978 Kreismeister. Hans-Jürgen Mäcker organisierte über 25 Jahre die Jugendzeltlager. Ab 1972 gab es kurzzeitig eine Damenfußballmannschaft. Die Sparte Gymnastik besteht offiziell seit 1975, die Sparte Tischtennis seit 1977/78. Durch die Kreisreform spielte der Verein ab 1979/80 im Kreis Nienburg.
1980er und 1990er Jahre
Fritz Spohr war von 1980 bis 1983 Vorsitzender, danach wieder Günter Cordes bis 1988. Ab 1981 gibt es die Doppelkopf-Turniere, deren Erlös in die Nachwuchsarbeit fließt. Die Gymnastik teilte sich in zwei Gruppen, später kamen Senioren-Gymnastik, Mutter-Kind-Treff und Sportwerbewochen hinzu. Die 1. Herren wurden 1989 Kreispokalsieger.
Martin Dierking leitete den Verein von 1988 bis 1990, Walter Nuttelmann von 1990 bis 1994. Die Mitgliederzahl überschritt 300, und die neue Sparte Badminton stieg bis in die Bezirksklasse auf. 1992 wurden Sportplatzsanierung und Sportheim-Umbau eingeweiht, mit allein 1.500 Stunden Eigenleistung am Sportheim. 1994 feierte der Verein sein 75-jähriges Bestehen.
Lothar Neumann führte den Verein von 1996 bis 2004. In dieser Zeit entstand 1998/99 der Pavillon am Sportplatz. Die Jugendlichen spielen seit den 90er Jahren überwiegend in Spielgemeinschaften mit Eystrup und Hassel.
Seit 2000
Im Jahr 2000 stiegen die 1. Herren in die Kreisliga und die 2. Herren in die 2. Kreisklasse auf. Die 1. Herren erreichten außerdem das Kreispokalfinale, das sie gegen Nenndorf verloren. Die Damenfußballmannschaft startete neu und stieg auf, stellte den Spielbetrieb 2007 aber wieder ein.
2003/04 wurde der A-Platz saniert und mit einem Familientag eingeweiht. Von 2005 bis 2011 war Holger Bischoff 1. Vorsitzender, Lothar Neumann wurde 2005 Ehrenvorsitzender. 2008 kam Nordic Walking hinzu. Zum Stand der Chronik von 2008 hatte der Verein 288 Mitglieder – statistisch fast jeder zweite Einwohner des Ortes.
Vorsitzende seit 1949
| Zeitraum | Vorsitzende/r |
|---|---|
| 1949–1958 | Georg Anders |
| 1961–1964 | Jürgen Schlomski |
| 1965–1971 | Werner Pieske |
| 1971–1980 | Günter Cordes |
| 1980–1983 | Fritz Spohr |
| 1983–1988 | Günter Cordes |
| 1988–1990 | Martin Dierking |
| 1990–1994 | Walter Nuttelmann |
| 1996–2004 | Lothar Neumann |
| 2005–2011 | Holger Bischoff |
| 2012–2017 | Thomas Koldewei |
| seit 2018 | Heiko Thöle |
1994 bis 1996 wurde der Verein von den beiden Stellvertretern Marita Thölke und Lothar Neumann geleitet, 2004 bis 2005 kommissarisch von den Stellvertretern Anja Mayer und Holger Bischoff.
Quellen: Vereins-Chronik des SV Hämelhausen (Lothar Neumann, 2008), Festschrift 1976 (Friedrich Oestmann, Hans-Jürgen Mäcker), Festschrift 1994 (Uwe Oestmann).